Bekanten bezeichnet das Anbringen von Kantenmaterial an die Schnittflächen von Holz- und Holzwerkstoffplatten. Diese Kanten schützen das Trägermaterial, verbessern die Stabilität und sorgen für eine saubere, hochwertige Optik. Besonders bei beschichteten Platten ist das Bekanten ein zentraler Arbeitsschritt, da offene Schnittkanten anfällig für Beschädigungen und Feuchtigkeit sind.
Im Messebau und in der Schreinerei wird Bekanten vor allem bei Möbeln, Theken, Wandmodulen, Podesten und Einbauten eingesetzt. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Kantenmaterialien wie ABS, Kunststoff, Furnier oder Massivholz zum Einsatz. Moderne Kantenbearbeitungsmaschinen ermöglichen einen durchgängigen Prozess aus Leimauftrag, Kantenanpressung, Fräsen, Ziehklingenbearbeitung und Polieren. Als Beispiel für eine solche industrielle Lösung kann eine Kantenanleimmaschine wie die Homag KDF 660 genannt werden, die präzises und gleichmäßiges Bekanten auch bei komplexen Bauteilen erlaubt.
Ein sauber bekantetes Bauteil wirkt nicht nur hochwertiger, sondern ist auch langlebiger. Typische Missverständnisse bestehen darin, dass Kanten nur optische Funktionen erfüllen. Tatsächlich schützen sie das Plattenmaterial vor Absplitterungen, mechanischer Belastung und dem Eindringen von Feuchtigkeit. Die Qualität des Bekantens hängt dabei nicht nur vom Material, sondern auch von Temperatur, Vorschubgeschwindigkeit und Nachbearbeitung ab.