Die Ammoniakräucherung ist ein Verfahren zur natürlichen Farbveränderung von Holz. Dabei wird das Holz in einer geschlossenen Kammer Ammoniakdämpfen ausgesetzt. Das Ammoniak reagiert mit den im Holz enthaltenen Gerbstoffen (Tanninen) und verändert dadurch dauerhaft die Farbe des Materials. Im Gegensatz zum Beizen wird die Farbveränderung nicht durch aufgetragene Pigmente erzeugt, sondern durch eine chemische Reaktion im Holz selbst.
Die Ammoniakräucherung wird vor allem bei gerbstoffreichen Holzarten wie Eiche eingesetzt. Je nach Holzart, Gerbstoffgehalt und Dauer des Räuchervorgangs entstehen unterschiedliche Braun- bis Dunkelbrauntöne. Da die Reaktion mehrere Millimeter tief in das Holz eindringt, bleibt die Farbwirkung auch bei leichten Beschädigungen oder Nachbearbeitungen weitgehend erhalten. Die natürliche Maserung und Struktur des Holzes werden dabei nicht überdeckt, sondern häufig sogar stärker hervorgehoben.
Im Möbelbau, Innenausbau und bei hochwertigen Schreinerarbeiten wird die Ammoniakräucherung eingesetzt, um Holz ohne Farbpigmente zu veredeln und ihm eine edle, gleichmäßige Optik zu verleihen. Das Verfahren erfordert jedoch Erfahrung, da Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ammoniakkonzentration und Räucherzeit das spätere Ergebnis maßgeblich beeinflussen. Ein häufiges Missverständnis ist, dass sich jedes Holz räuchern lässt. Tatsächlich erzielen nur Hölzer mit einem ausreichend hohen Gerbstoffgehalt eine deutliche Farbveränderung.